Unsere Vereinsgeschichte

Vorstellung des Vereins

Unser Verein hat über 400 Mitglieder und besteht seit 1980. Wir haben über 20 Elferräte, 4 Tanzgarden, sowie ca. 80 aktive Mitglieder, die das Programm für unsere Prunksitzungen gestalten. 1998 wurde eine Narrengruppe gegründet, die zur Zeit 200 Hästräger zählt. Es gibt eine Aktionsgruppe, die jedes Jahr einen neuen Hästanz zeigt. 1999 folgte eine Musikgruppe, zuerst als Guggenmusik, dann als Lumpenkapelle die es leider nicht mehr gibt. 2001 kamen zwei Einzelmasken, eine Müllerin und ein Müller dazu. Wir veranstalten 2 Prunksitzungen, 3 Kinderfaschingstage, eine Rosenmontagsparty sowie viele andere Veranstaltungen. Alle Veranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir organisieren und veranstalten viele Feste, u. a. die Leyrenbachhockete, welche nach der Gründung 1980 das erste Fest war, das unser Verein veranstaltete. Auch das Goasgardafeschd, welches 1988 anlässlich der Einweihung unseres Vereinsheims ins Leben gerufen wurde. Jährlich veranstaltet der Verein einen Ausflug und einen Wandertag.

Karnevalsgruppe

Der Name unseres Vereins beruht auf einer Sage aus dem 12. Jahrhundert. Um 1204 wurde Heinrich Raspe als zweiter Sohn des Landgrafen Hermann I. von Thüringen und der Prinzessin Sophie von Bayern aus dem Hause Wittelsbach geboren. Er war der Schwager der Heiligen Elisabeth, die mit seinem Bruder Ludwig IV. vermählt war. Dieser Bruder und Vorgänger als Landgraf, Ludwig IV., starb 1227 auf einem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. Da Hermann, der Sohn Ludwigs und der Heiligen Elisabeth, erst fünf Jahre alt war, übernahm Heinrich Raspe IV. die Regentschaft in Thüringen. Er verdrängte Elisabeth mit ihrem Sohn Hermann und den Töchtern Sophie und Gertrud vom thüringischen Fürstenhof. Aufgrund seiner Verdienste bei der Abwehr des Mongolensturms 1241 ernannte ihn Kaiser Friedrich II. nach dem Abfall des Mainzer Erzbischofs Siegfried 1242 zum Reichsprokurator für den minderjährigen König Konrad IV. Als Friedrich II. 1245 von Papst Innozenz IV. für abgesetzt erklärt wurde, wählten zumeist Bischöfe Heinrich Raspe zum Gegenkönig, der als „Pfaffenkönig“ verspottet wurde. In der Schlacht bei Frankfurt am 5. August 1246 besiegten die Truppen Heinrich Raspes die von Konrad IV. Nach dem Sieg belagerte Heinrich Raspe im Januar 1247 die Stadt Reutlingen.

Die Stadt wurde durch starke Stadtmauern geschützt, so konnte das angreifende Heer die Stadt nicht einnehmen. Die Belagerung dauerte mehrere Wochen, um die Bürger auszuhungern. Damit die Nachbarstadt die schwere Lage überstehen konnte, entschlossen sich die Betzinger, den Reutlinger Bürgern mit Nahrungsmitteln zu helfen. In Betzingen wurde zu dieser Zeit sehr viel Kraut angebaut, in den Auwiesen. Der Betzinger Rat war aber von Haus aus geizig. Deshalb einigte sich der Rat, dass das Kraut verkauft wird und der Strunk, auch Krautskraga genannt (unterer Teil des Krauts), bei Nacht und Nebel über die Stadtmauer geworfen wird, um den Reutlingern in ihrer Hungersnot wenigstens zu helfen. Viele Betzinger beteiligten sich an dieser Aktion, und die Reutlinger konnten die Belagerung überstehen. Schließlich gaben die Angreifer auf. Die Stadt war durch die Hilfe der Betzinger gerettet. Aber weil die Reutlinger von Betzingen kein Kraut, sondern nur den Strunk bekamen, werden die Betzinger seither „Krautskräga“ genannt. Der Neckname der Betzinger wurde bei der Gründung des Vereins 1980 übernommen und heißt seit der Gründung „Betzinger Krautskräga“. Der Narrenruf lautet: „Krauts-Kräga“.

Narrengruppe

Neben der Kirche war die Mühle einst das wichtigste Gebäude im Dorf. Ursprünglich war sie im Besitz des Betzinger Ortsadels, kam dann an die Nonnen in Pfullingen und schließlich 1627 an die Reutlinger Armenpflege. Anfang des 19. Jahrhunderts ging sie, wie alle Mühlen, in Privatbesitz über. Die Betzinger Mühle wurde als Kundenmühle betrieben. Die Bauern brachten ihr Getreide und ließen es gegen Gebühr mahlen. Im Getreidespeicher lagerte das gedroschene Getreide, hier wurde das Mehl in Säcken oder in einer Mehltruhe aufbewahrt. Der Vorraum zum Getreidespeicher wurde früher „Katzensprung“ oder „Katzenlauf“ genannt. Hier wurden in der Nähe des Getreides, welches immer durch Mäuse gefährdet war, Hauskatzen gehalten. Da die Getreidespeicher das ganze Jahr mit Getreide gefüllt waren, gab es in der Mühle viele Katzen. Diese Katzen wurden von der Bevölkerung einfach als Mühlkatzen bezeichnet.

Seit 1988 ist das Vereinsheim der Betzinger Krautskräga im Gesindehaus der Mühle. Durch die Geschichte der Mühle und vor allem der Mühlkatzen wurde der Name und das Häs der Narrengruppe gefunden. Die Narrengruppe heißt seit diesem Tag Betzinger Mühla – Katza und der Narrenruf lautet: „Mühla – Katza“.

Einzelfiguren

Im April 2001 kamen zwei Einzelfiguren, eine Müllerin und ein Müller, hinzu. Für die Müller war, wie überall in den vergangenen Jahrhunderten, die Plackerei groß, es gab fast keine Maschinen, die den Menschen die schwerste Arbeit hätten abnehmen können. Die Mühlen kann man wahrlich zu den ersten Maschinen zählen, die durch Wasserkraft über das Wasserrad die Mühlsteine zum Drehen brachten und den Menschen eine monotone und anstrengende Arbeit abnahmen. Aber die Mühlen waren für ihre Besitzer kostspielig in der Errichtung und im Unterhalt und konnten deshalb nur von wohlhabenden Grundherren finanziert werden.

Damit die Mühlen rentabel arbeiten konnten, wurden sie durch besondere Rechte vor Konkurrenz geschützt. Der Mühlenbann gab den Grundherren das Recht, in ihrem Gebiet den Bau weiterer Mühlen zu verbieten. Der Mühlenzwang verpflichtete die Bevölkerung eines bestimmten Gebietes, die Dienste der Mühlen in Anspruch zu nehmen. Aber auch die Müller unterlagen zahlreichen Vorschriften, wie sie ihr Handwerk auszuüben hatten und welche Pflichten sie gegenüber der Gemeinde zu erfüllen hatten. Zur Zeit der Reformation wurden die Rechte der Grundherren immer mehr eingeschränkt. Alle Schranken fielen, als Napoleon den Reichsdeputationshauptschluß (die feudalen Bindungen) aufhob. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Bindungen der Mühle an adelige Grundherren aufgehoben, so dass die Müller nicht mehr nur Pächter, sondern Eigentümer der Mühle waren. In dieser Zeit übernahm die Familie Werner die Mühle, die auch die Grundlage für unsere Einzelmasken bildete.